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Was bedeutet Blutdruck?
Damit das Blut jede Stelle des Körpers erreichen kann, muss es mit einem gewissen Druck aus dem Herzen gepumpt werden. Weil das Herz wie ein Blasebalg in kleinen Stößen pumpt, schwankt der Blutdruck immer zwischen zwei Werten.
Solange sich das Herz zusammenzieht (Systole), drückt es Blut in die Arterien und der Blutdruck steigt. Wenn sich das Herz maximal zusammengezogen hat, ist der höchste Wert des Blutdruckes erreicht. Man nennt diesen Wert den systolischen Blutdruck.
Danach beginnt die Erschlaffungsphase (Diastole), in der sich die Herzkammern füllen und kein Blut in die Arterien gepumpt wird. Deshalb fällt der Blutdruck wieder auf den niedrigsten Wert ab. Dieser Wert heißt diastolischer Blutdruck.
- Richtig Blutdruck messen
- Download: Butdrucktabelle
- Warum zu Hause messen?
- Was macht zu hoher Blutdruck?
- Wie entsteht Bluthochdruck?
- Ist der Blutdruck immer gleich?
- Wann ist der Blutdruck normal?
- Erhöhter Pulsdruck — ein eigener Faktor
Das 1x1 der Blutdruckmessung
Richtig Blutdruck messen
Für die Selbstmessung stehen verschiedene Geräte zur Auswahl, die automatisch am Handgelenk messen.
Das Messgerät soll möglichst ruhig in Herzhöhe gehalten werden, genau so als würden Sie ein Baby im Arm halten.
Zum richtigen Bedienen des jeweiligen Apparates lesen Sie in jedem Fall die Gebrauchsanleitung des Herstellers.
Der gemessene Blutdruck wird immer in zwei Werten angegeben (Systole und Diastole, siehe oben).
Zum Beispiel 120/80, gesprochen 120 zu 80
.
Die Einheit ist mmHg, gesprochen Millimeter Quecksilbersäule
.
Damit die Messung sinnvoll wird, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Der Patient sitzt, die Beine nicht überkreuzt, der leicht angewinkelte Arm ist auf eine stabile Unterlage gelegt
- Die Blutdruckmanschette in Oberarmmitte anbringen, Messpunkt in Herzhöhe
- Der Patient sollte zumindest 5 Minuten vor der Messung entspannt sein. Er soll während der Messung ruhig bleiben, nicht sprechen
- Mindestens 2 Messungen sollen im Abstand von 1 Minute gemacht werden, da die erste Messung oft zu hoch ausfällt
Falsche Werte können natürlich immer entstehen. Hier einige Gründe dafür:
Falsch niedrige Werte
- zu große Manschette
- starke Beugung des Armes
- zu weit über Herzhöhe liegende Manschette
Falsch hohe Werte
- zu kleine Manschette für dicke Arme
- zu weit unter der Herzhöhe liegende Manschette
- Person sitzt nicht entspannt an der Rückenlehne
- Beine sind überkreuzt
Zusätzlich sollte auch der Puls gemessen werden. Die meisten modernen Geräte erledigen das gleich während der Blutdruckmessung.
Wir haben für Sie zwei Tabellen zusammengestellt, in die Sie Ihre gemessenen Werte eintragen können. Die Tabelle Blutdruckwerte (PDF Format, 46 KB) gibt Ihnen eine rein tabellarische Übersicht. In der kombinierten Tabelle (PDF Format, 44 KB) können Sie zusätzlich eine Kurve einzeichnen, wie es auf dem Bild nebenan zu sehen ist, sowie in der letzten Zeile Ihre Blutdruckmedikamente eintragen. Und wer OpenOffice hat, kann sich das Officedokument für Blutdruckwerte (ODS) herunterladen und am Computer ausfüllen.
Die Werte, die der Blutdrucktabelle zu Grunde liegen, haben wir dem Journal der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie 2004 entnommen. Mehr dazu finden Sie am Ende der Seite.
Warum zu Hause messen?
Beim Arztbesuch werden meist höhere Werte gemessen als zu Hause.
Dieser Effekt ist als Weißkitteleffekt
bekannt, weil die Patienten beim Arzt eher aufgeregt oder angespannt sind.
Zur Auswahl und Anpassung der Therapie sind jedoch die durchschnittlichen zu Hause
in der gewohnten Umgebung oder täglichen Routine gemessenen Werte ausschlaggebend.
Faustregeln
- Die Zielwerte sind unterschiedlich, je nachdem ob man sie zu Hause ohne Stress misst oder beim Arzt in der Ordination: Zu Hause soll 135/85 die Obergrenze sein, beim Arzt 140/90.
- Um die Höhe des Blutdruckes einzuschätzen, braucht man mindestens 30 Messwerte.
- Wenn 7 oder mehr über der in Punkt 1. genannten Grenze liegen, handelt es sich um eine Hypertonie.
Was macht zu hoher Blutdruck?
Grundsätzlich ist erhöhter Blutdruck ein Wegbereiter für Arteriosklerose mit allen ihren fatalen Folgen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, Raucherbein und viele andere Organschäden.
Wenn es gelingt, den Blutdruck in normalen Grenzen zu halten, kann das Risiko für all diese schweren Erkrankungen erheblich vermindert werden.
Unser Körper verfügt über keine sicheren Fühler für zu hohen Blutdruck. Hinweise sind Anzeichen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Nasenbluten oder Kurzatmigkeit. Oft bleibt ein Bluthochdruck (Hypertonie) über lange Zeit unentdeckt und wird erst bei einer Routineuntersuchung zufällig festgestellt.
Wie entsteht Bluthochdruck?
Nur bei etwa 5% aller Menschen mit Hypertonie gibt es eine bekannte Ursache,
wie Nieren-, Herz- und Gefäßerkrankungen oder Störungen im Hormonhaushalt.
Bei allen anderen Hypertonikern findet man keinen organischen Grund für die Hochdruckerkrankung. Man spricht dann von essenzieller Hypertonie
.
Eine Vielzahl von Einflüssen können die Entstehung von Bluthochdruck fördern. Neben Faktoren, die man nicht verändern kann — wie erbliche Veranlagung, Alter, Zuckerkrankheit, Stoffwechselstörungen — gibt es auch viele, die der Patient sehr wohl beeinflussen kann. Hierzu gehören vor allem Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel, kochsalzreiche Ernährung und übermäßiger Stress.
Ist der Blutdruck immer gleich?
Weil die Höhe von verschiedenen Faktoren abhängig ist, zeigen die Werte große Tagesschwankungen. So steigt der Blutdruck bei körperlicher Anstrengung oder Stress und sinkt wieder, wenn man sich entspannt. So können Werte für den systolischen Druck zwischen 100 und 200 und für den diastolischen Druck zwischen 80 und 120 mmHg kurzfristig als Ausdruck der jeweiligen Stresssituation gemessen werden, ohne dass man Angst vor zu hohem Blutdruck haben muss. Erst wenn dauernd so hohe Werte gemessen werden, muss man den Blutdruck vom Arzt abklären lassen und individuell und stufenweise behandeln.
Aus diesen Gründen ist es auch für den Arzt äußerst wichtig, die Blutdruckwerte von zu Hause zu kennen, weil diese oft nicht so hoch ausfallen wie beim Arztbesuch.
Physiologischerweise weist der Blutdruck typische Verlaufsänderungen während der 24 Stunden eines Tages auf (sog. zirkadiane Blutdruck-Rhythmik): Am frühen Morgen steigt der Blutdruck bis auf seinen Höchstwert um die Mittagszeit an, sinkt dann am frühen Nachmittag ab (müde Phase nach dem Mittagessen), um dann am späten Nachmittag einen zweiten, allerdings etwas niedrigeren Gipfel zu erreichen; im Verlaufe der Nacht liegen die Blutdruckwerte dann am niedrigsten.
Wann ist der Blutdruck normal?
| Idealwerte | bis 120/80 mmHg |
|---|---|
| Normalwerte | 120/80 – 129/84 mmHg |
| Nochnormale Werte | 130/85 – 139/89 mmHg |
| Hypertonie Stadium 1 | 140/90 – 179/109 mmHg |
| Hypertonie Stadium 2 | ab 180/110 mmHg |
| Isolierte systolische Hypertonie | über 140 systolisch, unter 90 diastolisch |
Pulsdruck
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