Pulsdruck

Der Pulsdruck — ein neuer Risikofaktor rückt in den Mittelpunkt

Der Pulsdruck ist die Differenz zwischen dem systolischem und dem diastolischem Blutdruckwert und beschreibt die Druckwelle, die mit jedem Herzschlag durch das Blutgefäßsystem läuft.

Bei einem Blutdruck von 120/90 ergeben sich also 120 – 90 = 30 mmHg Pulsdruck.

Eine Meta-Analyse der großen Blutdruckstudien in Europa und China ergab, dass ein Anstieg des Pulsdrucks um 10 mmHg…

  • das Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Komplikationen um 13 % erhöht
  • das Risiko für Todesfälle infolge Herz- und Gefäßkomplikationen um 22% erhöht

Ursachen und Wirkung

Ein erhöhter Pulsdruck hat in der Regel seine Ursache in einer Abnahme der Elastizität der großen Arterien als Folge einer fortgeschrittenen Arteriosklerose. Die gezielte Behandlung des erhöhten Pulsdruckes ermöglicht eine effektive Senkung des Risikos für Schlaganfall, Herzschwäche und Herzinfarkt. Der Normalwert kann bis 50 mmHg betragen. Aber nicht für alle älteren Patienten ist dieser Idealwert zu erreichen: Wenn dabei Schwindelzustände auftreten, sollte als erstes Therapieziel ein Wert unter 65 mmHg angestrebt werden. So vermindert man das Risiko für die genannten Herz- und Gefäßerkrankungen.

Wie kann man den Pulsdruck zuverlässig bestimmen?

Die Methode der Wahl bei der Bestimmung dieses Risikofaktors ist die 24-Stunden-Blutdruckmessung (Langzeit-Blutdruckmessung). Ein automatisches Blutdruckmessgerät bestimmt hierbei tagsüber in 15-minütigem, nachts in 30-minütigem Abstand den Blutdruck. Diese Werte lassen sich graphisch übersichtlich darstellen.

Auch die Stärke und Ausprägung des Druckanstieges in den einzelnen Bluthochdruckphasen lässt sich hier auswerten. Damit kann man erkennen, welche starken Schwankungen der Pulsdruck mit den entsprechenden Gefäßwandbelastungen zeigt.