Blutdruck

Was bedeutet Blutdruck?

Damit das Blut jede Stelle des Körpers erreichen kann, muss es mit einem gewissen Druck aus dem Herzen gepumpt werden. Weil das Herz wie ein Blasebalg in kleinen Stößen pumpt, schwankt der Blutdruck immer zwischen zwei Werten.

Solange sich das Herz zusammenzieht (Systole), drückt es Blut in die Arterien und der Blutdruck steigt. Wenn sich das Herz maximal zusammengezogen hat, ist der höchste Wert des Blutdruckes erreicht. Man nennt diesen Wert den systolischen Blutdruck.

Danach beginnt die Erschlaffungsphase (Diastole), in der sich die Herzkammern füllen und kein Blut in die Arterien gepumpt wird. Deshalb fällt der Blutdruck wieder auf den niedrigsten Wert ab. Dieser Wert heißt diastolischer Blutdruck.

Das 1×1 der Blutdruckmessung

Richtig Blutdruck messen

Blutdrucktabelle großFür die Selbstmessung stehen verschiedene Geräte zur Auswahl, die automatisch am Handgelenk oder Oberarm messen. Das Messgerät soll möglichst ruhig in Herzhöhe gehalten werden, genau so als würden Sie ein Baby im Arm halten. Zum richtigen Bedienen des jeweiligen Apparates lesen Sie in jedem Fall die Gebrauchsanleitung des Herstellers. Der gemessene Blutdruck wird immer in zwei Werten angegeben (Systole und Diastole, siehe oben). Zum Beispiel 120/80, gesprochen 120 zu 80. Die Einheit ist mmHg, gesprochen Millimeter Quecksilbersäule. Damit die Messung sinnvoll wird, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Die Persont sitzt, die Beine nicht überkreuzt, der leicht angewinkelte Arm ist auf eine stabile Unterlage gelegt
  • Die Blutdruckmanschette oberhalb des Handgelenkes oder in Oberarmmitte anlegen, Messpunkt in Herzhöhe
  • Die Person sollte zumindest 5 Minuten vor der Messung entspannt sein. Er soll während der Messung ruhig bleiben, nicht sprechen
  • Mindestens 2 Messungen sollen im Abstand von 1 Minute gemacht werden, da die erste Messung oft zu hoch ausfällt

Falsche Werte können natürlich immer entstehen. Hier einige Gründe dafür: Falsch niedrige Werte

  • zu große Manschette
  • starke Beugung des Armes
  • zu weit über Herzhöhe liegende Manschette

Falsch hohe Werte

  • zu kleine Manschette für dicke Arme
  • zu weit unter der Herzhöhe liegende Manschette
  • Person sitzt nicht entspannt an der Rückenlehne
  • Beine sind überkreuzt

Zusätzlich sollte auch der Puls gemessen werden. Die meisten modernen Geräte erledigen das gleich während der Blutdruckmessung.

Wir haben für Sie zwei Tabellen zusammengestellt, in die Sie Ihre gemessenen Werte eintragen können. Die Tabelle Blutdruckwerte (PDF) gibt Ihnen eine rein tabellarische Übersicht. Wir haben auch eine kombinierte Blutdrucktabelle (PDF) erstellt, in der Sie zusätzlich eine Kurve einzeichnen können, wie es auf dem Bild nebenan zu sehen ist, sowie in der letzten Zeile Ihre Blutdruckmedikamente eintragen.

Die Werte, die der Blutdrucktabelle zu Grunde liegen, haben wir dem Journal der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie 2004 entnommen. Mehr dazu finden Sie am Ende der Seite.

Warum zu Hause messen?

Beim Arztbesuch werden meist höhere Werte gemessen als zu Hause. Dieses Phänomen ist als Weißkitteleffekt bekannt, weil die Patienten beim Arzt eher aufgeregt oder angespannt sind. Eine 24-Stunden Blutdruckmessung gilt zwar als Goldstandard in der Beurteilung des Blutdruckes, ist aber nur selten verfügbar. Daher empfehlen medizinische Leitlinien die Blutdruckselbstmessung. Dies ist eine nachweislich effektive Methode zur Steuerung der Therapie.

Was macht zu hoher Blutdruck?

Grundsätzlich ist erhöhter Blutdruck ein Wegbereiter für Arteriosklerose mit allen ihren fatalen Folgen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, Raucherbein und viele andere Organschäden. Wenn es gelingt, den Blutdruck in normalen Grenzen zu halten, kann das Risiko für all diese schweren Erkrankungen erheblich vermindert werden. Unser Körper verfügt über keine sicheren Fühler für zu hohen Blutdruck. Hinweise sind Anzeichen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Nasenbluten oder Kurzatmigkeit. Oft bleibt ein Bluthochdruck (Hypertonie) über lange Zeit unentdeckt und wird erst bei einer Routineuntersuchung zufällig festgestellt.

Wie entsteht Bluthochdruck?

Nur bei etwa 5% aller Menschen mit Hypertonie gibt es eine bekannte Ursache, wie Nieren-, Herz- und Gefäßerkrankungen oder Störungen im Hormonhaushalt. Bei allen anderen Hypertonikern findet man keinen organischen Grund für die Hochdruckerkrankung. Man spricht dann von essenzieller Hypertonie. Eine Vielzahl von Einflüssen können die Entstehung von Bluthochdruck fördern. Neben Faktoren, die man nicht verändern kann — wie erbliche Veranlagung, Alter, Zuckerkrankheit, Stoffwechselstörungen — gibt es auch viele, die der Patient sehr wohl beeinflussen kann. Hierzu gehören vor allem Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel, kochsalzreiche Ernährung und übermäßiger Stress.

Ist der Blutdruck immer gleich?

Die Blutdruckwerte beim Menschen sind vergleichbar mit einem Tourenzähler im Auto!

Weil die Höhe von verschiedenen Faktoren abhängig ist, zeigen die Werte normale Tagesschwankungen. So steigt der Blutdruck bei körperlicher Anstrengung oder Stress und sinkt wieder, wenn man sich entspannt. So können Werte für den systolischen Druck zwischen 100 und 200 und für den diastolischen Druck zwischen 80 und 120 mmHg kurzfristig als Ausdruck der jeweiligen Stresssituation gemessen werden, ohne dass man Angst vor zu hohem Blutdruck haben muss. Erst wenn dauernd so hohe Werte gemessen werden, muss man den Blutdruck vom Arzt abklären lassen und individuell und stufenweise behandeln.

Dies wird medizinisch als zirkadiane Blutdruck-Rhythmik bezeichnet:  Ab dem frühen Morgen steigt der Blutdruck bis auf seinen Höchstwert um die Mittagszeit an, sinkt dann am frühen Nachmittag ab (müde Phase nach dem Mittagessen), um dann am späten Nachmittag einen zweiten, allerdings etwas niedrigeren Gipfel zu erreichen; im Verlaufe der Nacht liegen die Blutdruckwerte dann am niedrigsten.

Wann ist der Blutdruck normal?

Schweregrade des Blutdruckes für Erwachsene (nach den Richtlinien der österreichischen Hochdruckliga 2004)
Idealwerte bis 120/80 mmHg
Normalwerte 120/80 – 129/84 mmHg
Nochnormale Werte 130/85 – 139/89 mmHg
Hypertonie Stadium 1 140/90 – 179/109 mmHg
Hypertonie Stadium 2 ab 180/110 mmHg
Isolierte systolische Hypertonie über 140 systolisch, unter 90 diastolisch

Pulsdruck

Zum Thema Pulsdruck haben wir einen eigenen Beitrag zusammengestellt.